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rezepte:frischkaese

Ich habe es mir nicht ganz leicht gemacht mit der Veröffentlichung des Rezeptes- zum einen finde ich diesen Cashewfrischkäse dermassen lecker, dass ich das Rezept am liebsten ganz für mich alleine behalten und in eine hölzerne Kiste verschlossen hätte. Diese hätte ich in den Keller geschleppt, mich draufgehockt und gelegentlich „Mein Sssssschatz“ gezischt. Und zum anderen ist die Zubereitung mit nicht wenig Aufwand und Zeit verbunden und insgesamt sind die Zutaten auch nicht ganz billig.

Da es langfristig gesehen im Keller auf meiner Holzkiste aber vermutlich kalt und langweilig werden würde und zudem jeder Leser alt genug ist um selbst entscheiden zu können, ob er diesen nicht ganz billigen Käse nachbasteln möchte, habe ich nun meinen inneren Gollum überwunden und präsentiere (mit leicht flackerndem Blick) den wunderbaren Casheesio! (aka „voll datt geile Zoich!“)

Die schlechten Nachrichten zuerst:

1.) Der Frischkäse braucht ein paar Tage Vorlauf, bis er verspachtelt werden kann. Cashews müssen eingeweicht werden, dann muss die Masse 2 Tage fermentieren und hinterher nochmal mind. 2 Tage im Kühlschrank reifen. Der Frischkäse ist also mit Fug und Recht als „Slowfood“ zu bezeichnen.

Wichtigste Zutat ist der Brottrunk! Der Geschmack ist mild und die enthaltenen Milchsäurebakterien (keine veganen Schweißausbrüche, bitte – in diesem und in den meisten anderen Fällen ist Milchsäure clean) sorgen für eine ausreichende Fermentation des „geilen Zoichs“. Zudem hält sich der Brottrunk recht lange im Kühlschrank!

Genug geschwafelt…volle Cashewkraft voraus, es geht los:

500 gr. Cashewkerne ca. 8-12 Stunden in reichlich Wasser einweichen. Wasser abschütten, die Kerne kurz abspülen und in den Mixbecher des Blenders geben (ich sach‘ nur…Vitamix!) 150 ml. Brottrunk zu den Kernen in den Mixbecher geben und so lange auf höchster Stufe mixen, bis ein cremiger, homogener Brei entstanden ist.

Danach gibt man die Masse in ein Baumwolltuch oder ein „Nussmilchsäckchen“. Ich habe dazu mit Küchentüchern, Mullwindeln und eben jenem Nussmilch-Sack experimentiert und finde letzteres am praktischsten. Man kann auch ein feinmaschiges Wäschenetz verwenden..am besten einfach mal ausprobieren, und notfalls eine Lage Küchenkrepp unterlegen Wenn die Masse im Sack ist, drehe ich ihn oben zu und lege das Käsepäckchen auf ein Sieb, stelle eine Schüssel zum Abtropfen drunter und decke das Sieb mit einem Tuch ab (Fruchtfliegen finden die Käsemasse nämlich besonders lecker).

Jetzt muss/kann/darf die Masse fermentieren – je länger, umso kräftiger wird der Geschmack. Bei mir darf der Casheesio 2 ganze Tage lang bei Zimmertemperatur herumlungern…wer es milder mag, kann die Zeit auf 1 Tag abkürzen. Versuch macht kluch, wie immer. Man kann die Käsemasse auch mit einem Teller o.ä. beschweren und somit mehr Feuchtigkeit aus der Masse drücken, dann wird der Käse hinterher fester – aber ich finde ihn perfekt, so wie er ist, bei mir wird nix gedrückt.

Nach der Reifezeit wird die Käsemasse in eine Schüssel gegeben und gewürzt. Hier kann man seine persönlichen Neigungen und Vorlieben ausleben – „Grundwürze“ und unbedingt erforderlich für den juten Jeschmack sind 2 Eßl. Würzhefeflocken und 2 Teel. Salz….bei mir kommen dann noch ½ Teel. Kümmel, 1 Teel. Paprika, 1 Teel. Zwiebelpulver, ½ Teel. schwarzer Pfeffer und ein bißchen Knoblauchpulver dazu. Beim Würzen kann man seinen Vorlieben freien Lauf lassen und auch getrocknete Tomaten, Kräuter oder auch orientalische Gewürze zugeben….was immer man mag.

Am besten Gewürze und Hefeflocken nochmal gemeinsam kurz in der Kaffeemühle oder dem Blender fein mahlen. Dann in die Schüssel zur Käsemasse geben und gut vermischen. Dieses Rezept ergibt ca. 750 gr. Käsemasse, die jetzt in Gläser oder Tupperdosen gefüllt und im Kühschrank geparkt wird.

Bei mir ist nur noch der Rest übrig geblieben so lecker war der Frischkäse

rezepte/frischkaese.txt · Zuletzt geändert: 2017/07/27 09:30 von mrgnz